Wer ist Jutta?

Jutta - Schon immer eine Herausforderung!

Jutta - Schon immer eine Herausforderung!

Das frag ich mich auch manchmal. 

Jutta ist auf jeden Fall 53 Jahre alt, 158 cm groß, …

Nicht so wichtig? In der Tat, nicht so wichtig!

Dann ein paar Lebenslaufdaten, soll jeder selbst entscheiden was wichtig ist:

Geburtsdatum:  7. Januar 1956

Geburtsort:  Johannisberg/Rheingau

Berufsausbildung zur Chemielaborantin von 1972 - 1975

Tätigkeit als Chemielaborantin in der pharmazeutisch-chemischen Forschung

Während der Ausbildung und danach habe ich meinen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn in der gewerkschaftlichen Arbeit umgesetzt, z. B. in der Jugendvertretung, Vertrauensleutearbeit, Bildungsarbeit.

In dieser Zeit begann für mich die Diskussion um Übernahme und Jugendarbeitslosigkeit, Berufliche Bildung und Frieden und Abrüstung. Politisch war das die Zeit kurz nach der Lehrlingsbewegung und der Studentenbewegung, Deutschland diskutierte über die 1. Ölkrise.

Die SPD hatte viele gute Ideen und Gedanken zu Bildung und mit ihrem glaubwürdigen Kanzlerkandidaten Willi Brandt einen bei vielen anerkannten Kanzlerkandidaten.

Diese Aufbruchzeit, in der die SPD antrat mit der Losung „Mehr Demokratie wagen“ hat mich bewegt in die SPD einzutreten.

Gewerkschaftlich und beruflich bin ich in Diskussionen mit dem Arbeitgeber immer wieder an Grenzen meines Wissens gestoßen. Am Ende vieler Gespräche hatte ich oftmals das Gefühl, dass ich zwar Recht hatte, mir aber die Argumente fehlten.

Also Studieren -

In der Zeit konnte man ohne Abitur mit einer Aufnahmeprüfung an der Hochschule für Wirtschaft und Politik in Hamburg studieren.

1979 – 1982 Studium der Volkswirtschaft und danach wie so oft für viele, erst einmal arbeitslos.

Ab 1984 ABM Stelle zur Betreuung einer gewerkschaftlichen Arbeitsloseninitiative in Hameln.

Ab 1985 Gewerkschaftssekretärin und Geschäftsführerin der IG Metall in Hameln.

Ich arbeite heute noch bei der Gewerkschaft und bin nach wie vor überzeugt, dass dies der richtige Weg ist zur Verbesserung der Arbeits- und Lebenssituation der Beschäftigten.

Und jetzt kommt die Politik ins Spiel:

Um eine gute Arbeit mit und für Menschen zu machen, müssen die politischen Rahmenbedingungen stimmen. Das ist seit ca. 25 Jahren, dem Beginn der Durchsetzung neoliberaler Politik durch CDU/CSU unter Helmut Kohl, SPD mit Gerhard Schröder, begleitet von FDP und Grünen, nicht mehr der Fall.

Ich habe vor 25 Jahren für die Durchsetzung von Arbeitszeitverkürzungen, in Form der 35-Stunden-Woche gestritten, in der Hoffnung, dass diese gesetzlich für alle übernommen wird, mit dem Ziel Arbeitslosigkeit abzubauen. In der Vergangenheit war es immer wieder gelungen, gewerkschaftliche und tarifvertragliche Errungenschaften zur gesetzlichen Grundlage für alle zu machen. Das bekannteste Beispiel dafür ist die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall. Aber nichts ging.

Vom 1. Tag an wurde die 35-Std.-Woche von Arbeitgebern bekämpft und politisch setzte über neoliberale Politik ein unglaublicher Rollback und Angriffe auf Arbeitnehmerrechte ein.

Alles wurde zur Disposition gestellt.

Die Arbeiterklasse musste ohne Unterstützung einer Partei, die SPD war zu der Zeit schon auf dem Weg der „Sachzwangpolitik“, einen Abwehrkampf nach dem nächsten führen. Das schlimme war, dass der „Hoffnungsträger“ Gerhard Schröder seine Partei in die Agenda 2010 geführt hat unter deren Auswirkungen heute noch Millionen Menschen über die sogenannte Hartz Gesetzgebung leiden.

Bis dahin habe ich jeden Abwehrkampf mitgeführt, aber die Agenda 2010 hat das Fass zum überlaufen gebracht. Das war für mich -  wie für viele andere - nach jahrelangen Versuchen durch Diskussionen und Massendemonstrationen die Richtung zu ändern der Grund dafür, auszutreten.

In Folge haben wir vor 5 Jahren als Gewerkschafter zunächst die WASG und später die LINKE aufgebaut, weil wir wollten, dass die Interessen von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern wieder Stimme und Gewicht in der Politik bekommen.

Wenn ich nicht mit der Agenda 2010 die SPD verlassen hätte, wäre ich ausgetreten, als politisch die Rente mit 67 von rot-grün beschlossen wurde.

Mein Schritt ist notwendig und ist richtig.

  

Warum ich Mitglied in der Partei DIE LINKE geworden bin

Jutta Krellmann, 53, Gewerkschaftssekretärin für den Bereich Alfeld-Hameln-Hildesheim, Niedersachsen

Zu Beginn meiner Tätigkeit vor fast 25 Jahren haben wir in der Metall- und Elektroindustrie für die Einführung der 35-Stunden-Woche erfolgreich gekämpft. Wir haben um qualitatives Wachstum gestritten und für Frieden demonstriert.

Leider wurde zu diesem Zeitpunkt auch ein Politikwechsel eingeleitet. Seitdem herrscht in Deutschland neoliberale Wirtschaftspolitik, und Politik geht nicht mehr in die Richtung, wie ich es als Gewerkschafterin im Interesse der abhängig Beschäftigten und der Arbeitslosen sowie der Rentner und Rentnerinnen erreichen will. Ständig steigende Zahlen jugendlicher Arbeitsloser und Arbeitslosen insgesamt, Angriffe auf das Streikrecht über den § 116 AFG, Angriffe auf die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, Aushöhlung der Sozialversicherung. Eine Position nach der anderen wurde politisch aufgegeben und ein Abwehrkampf jagt den nächsten. Es gipfelte in der Agenda 2010. Damit war klar, ich konnte die herrschende Politik nicht mehr mittragen. Hartz IV und Rente mit 67 führte zu meinem Austritt aus der SPD.

Im gleichen Maße, wie sich die Bedingungen für die Menschen verschlechtert haben, verschlechterten sich die Bedingungen für gewerkschaftliche Arbeit und Solidarität. Beschäftigte zum Warnstreik aufzurufen, wenn ein Drittel der Belegschaft Leiharbeitnehmer sind und weitere 20 Prozent befristet Beschäftigte, geht super schlecht.

Aus diesen Gründen und weil ich weiß, dass Gewerkschaftsarbeit ohne saubere Rahmenbedingungen nicht funktioniert, haben wir mit mehreren enttäuschen ehemaligen SPD Mitgliedern die WSAG, als einen jetzigen Bestandteil der Partei DIE LINKE, in Hameln-Pyrmont gegründet.

Ich stehe hinter den Zielen und Vorstellungen unseres Wahlprogramms und kandidiere für den Bundestag. Wenn man mir das vor fünf Jahren gesagt hätte, wäre die Antwort "du spinnst doch" gewesen. Nun habe ich die Hoffnung, dass es uns gemeinsam gelingt, meine und unsere Ziele nach einem Zukunftsinvestitionsprogramm für Arbeits- und Ausbildungsplätze, Frieden, Bildung und soziale Gerechtigkeit, auf den Weg zu bringen. Die Hoffnung auf Abschaffung der Rente mit 67 habe ich ebenfalls nicht aufgegeben.

Wer kämpft, kann verlieren – wer nicht kämpft, hat schon verloren!

Andersherum glaube ich, dass DIE LINKE die Gewerkschaften braucht, als die nach wie vor größte außerparlamentarische Opposition in Deutschland. Wenn DIE LINKE unter den zu erwartenden politischen Konstellationen etwas erreichen will, braucht sie Bündnisse und Bündnispartner. Da stehen die Gewerkschaften an oberster Stelle.

Insofern glaube ich, dass ich genau richtig im Zentrum der Auseinandersetzung für Arbeit und soziale Gerechtigkeit stehe und dass wir gemeinsam etwas bewegen können und müssen.

  
 

Juttas "Steckbrief" als Kandidatin der Partei DIE LINKE. zum Deutschen Bundestag

Name: Jutta Krellmann

Geboren am/in: 7. Januar 1956 in Johannisberg/Rheingau

Erlernter/ausgeübter Beruf: Chemielaborantin/Volkswirtin/Gewerkschaftssekretärin

Kurzvita:


Jugendvertreterin Hoechst AG, Referentin in der gewerkschaftlichen Bildungsarbeit, Beschäftigung in de DGB Arbeitsloseninitiative in Hameln und danach bei der IG Metall Hameln als Gewerkschaftssekretärin und Bevollmächtigte. Jetzt Gewerkschaftssekretärin im Bereich Alfeld-Hameln-Hildesheim und Direktkandidatin auf Listenplatz 5 der Partei DIE LINKE. zum Deutschen Bundestag

Familienstand: unverheiratet

Kinder: keine

Meine Lieblingsbeschäftigung: Lesen, Fahrrad fahren, gemeinsam mit Freunden gut essen

Helden der Wirklichkeit: Nelson Mandela

Gaben, die ich gern besitzen möchte: Fremdsprachenkenntnisse

Was bringt mich auf die Palme? Ungerechtigkeit und Gewalt

Worüber ich lachen kann: Situationskomik, lustige Filme, z. B. "Willkommen bei den Sch'tis", Goodbye Lenin, ...

Bier oder Cocktail? Wasser und Wein

Berge oder Meer? Flusslandschaften

Ich möchte (eigentlich) mit niemandem gerne einen Tag lang den Platz tauschen.

Der wichtigste Moment in meinem Leben war: als ich meine Abschlussprüfung nach der Berufsausbildung zur Chemielaborantin bestanden hatte.

Die bewundernswerteste politische Leistung war: der gewaltfreie Kampf von Nelson Mandela gegen die Apartheid in Südafrika.

Total überbewertet finde ich: Wirtschaftsminister Freiherr zu Guttenberg.

Politikerfloskel, die ich selbst oft benutze: Ich hoffe keine.

Mein Traum vom Glück? Eine sozial gerechte, ökologische Gesellschaft, Frieden, Freundschaft und Solidarität